Der Silberhammer in Eisenhammer

Ein Bericht aus dem Wald von den Deutschen Bestenkämpfen Mannschaft 2011

Mit einem zweiten Platz hatte wohl im Vorfeld von uns dreien niemand gerechnet, aber erstmal der Reihe nach.

Austragungsort der diesjährigen Mannschaftsbestenkämpfe war Eisenhammer, ein kleines Örtchen nördlich von Leipzig in der Dübener Heide gelegen. Sieben Damenmannschaften waren an den Start gegangen und versuchten die 29 Wahl-posten, die um die 4, 9km lange Pflichtstrecke gesetzt wurden, am cleversten untereinander aufzuteilen. Die sehr interessante Bahn, war durch eine gekreuzte Pflichtstrecke und durch viele Wahlposten im Inneren der Schlaufe geprägt, die sich besser auf dem Rückweg als auf dem Hinweg einsammeln ließen. Hier keinen Posten zu vergessen, war eine echte Herausforderung.

Sandra, Kati und ich waren als Team noch niemals zusammen gelaufen, aber wir kannten unsere Stärken und Schwächen ganz gut. Klar war, dass Sandra nach ihrem bisherigen Wettkampfpensum die weitesten Posten anlaufen würde. Kati und ich würden also den „Rest“ übernehmen. Im Großen und Ganzen war dieser Plan gut, nur ganz umgesetzt wurde er nicht. Sandras große Schlaufe sah irgendwie beim Aufteilen der Posten kleiner aus als sie es tatsächlich war. Die Posten, die sie noch zwischendurch mitnehmen sollte, kosteten zuviel Zeit…

Nachdem wir im Gegensatz zu den anderen Top 3 Teams am ersten Pflichtposten die Posten-aufteilung vornahmen, trennten sich unsere Wege, natürlich in der Hoffnung etwa gleichzeitig am Endposten zu sein. Unterwegs merkte ich dann aber schon, dass ich mit meiner kürzeren Runde nicht das höchste Tempo gehen muss und mir auch den einen anderen Fehler leisten kann. Sandra, dachte da sicherlich das Gegenteil. Sie musste Gas geben und machte zu allem Übel auch noch einen Schnitzer vor ihrem langen Kanten.

Am vorletzten Pflichtposten stand dann plötzlich Kati da, die sich nicht sicher war ob wir uns hier oder am Endposten treffen wollten. Darüber hatten wir gar nicht gesprochen, aber Endposten ist doch logisch, oder? Oder doch lieber hier auf Sandra warten? Sie wird doch nicht schon auf uns warten? Nee, so schnell kann sie dann doch wieder nicht gelaufen sein, also trabten Kati und ich gemeinsam zum Endposten und waren wie erhofft noch nicht vollzählig. Das Warten begann. Einige Minuten nach unserer Ankunft trafen bereits alle Damen des USV TU Dresden ein und passierten die Ziellinie, auch die erste Frau von Post SV Dresden wartete auf ihre Vereinskameradinnen. Es wurde langsam kribbelig und uns dämmerte nach etwa 7 Minuten Wartezeit, dass wir Sandra zu viel aufgehalst hatten.

Doch kurz danach leuchtete ein gelbes Trikot mit Pferdeschwanz, das zum Endposten hastete. Sandra hatte alles gegeben und voller Adrenalin sprinteten wir ins Ziel, ungewiss was unsere Zeit zu diesem Zeitpunkt wert war. Dass dann der zweite Platz mit nur 12 Sekunden Rückstand zu TU Dresden und 36 Sekunden zum Post SV Dresden raus sprang, war Überraschung pur und stimmte uns glücklich auch wenn sogar noch etwas Wehmut über den knapp verpassten Sieg mitschwang.

Wir sehen es natürlich als Motivation fürs nächste Jahr!

Autor: Carmen Powik